geht mal gar nicht

…und zwar dieser Artikel bei Spreeblick und dass die Kommentare geschlossen wurden. Ich hab mir nämlich fast zwei Stunden einen abgebrochen um ein paar Zeilen zu schreiben die nicht all zu falsch klingen. Für die Angehörigen kann die Idee, dass Selbstmord ein Freitod, also eine freie Entscheidung, ist tröstlicher sein, als der Gedanke, dass jemand nichts sagte, litt und sich dann das Leben nahm, weil die Depression ihm einredete, dass es keinen Ausweg gäbe. Für einen Depressiven ist es aber ein Schlag ins Gesicht, weil diese Sichtweise die mitunter jahrelangen und zermürbenden Kampf gegen die Depression und den Selbstmord ignoriert.

Aber egal jetzt. Ich kram diesen verweisten Blog raus um ein Trackback setzen zu können, damit die zwei Stunden nicht völlig umsonst waren und ich jetzt endlich mit wichtigen Dingen weitermachen kann.

Seit rund eineinhalb Stunden versuche ich die richtigen Formulierungen zu finden aber man kann es einfach nicht mit Worten ausdrücken oder gar auf den Punkt bringen. Eine Depression kann man nicht verstehen. Selbst ich kann meine eigene Depression nicht mehr nachvollziehen, jetzt da ich gesund bin.

Hier mein angefangener Post. Vllt findet irgendjemand ja doch noch etwas, das ihm weiterhilft:

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Ich hatte nach zweijähriger Depression einen Selbstmordversuch und das war definitiv _keine_ freie Entscheidung! Eine Depression drängt einen zum Selbstmord, setzt einem den Gedanken immer wieder in den Kopf und blendet andere Auswege vollkommen aus. Trotzdem wehrt man sich vehement dagegen doch irgendwann – es kann ein lächerlich kleinen Auslöser von außen dazu kommen oder man hat einmal einfach „nicht aufgepasst“ – hält man dem Druck nicht mehr stand. Ich empfände es als lächerlich und demütigend, wenn jemand meinen Auslöser als Grund für meinen Selbstmordversuch nennen würde. Die Hürde sich das Leben zu nehmen ist so unglaublich hoch, dass selbst viele Totkranke und unter brutalen Schmerzen leidende Menschen, die die Möglichkeit bekommen das eigene Leben zu beenden (Beihilfe zur Selbsttötung in Schweiz), dies nicht tun.

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Und noch ein Rat an Depressive: Wenn ihr Selbstmordpläne habt dann _müsst_ ihr jemandem davon erzählen und notfalls ins Krankenhaus gehen – schreibt es auf einen Zettel, wenn ihr es nicht aussprechen könnt. Man kann es lange „im Griff“ haben, aber es reicht nur ein kleiner Moment in dem man die Kontrolle verliert und es ist vorbei.

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